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W&E 06-07/2012

In dieser Ausgabe lesen Sie:

* Das war Rio+20: Mau, mager, minimal. Doch zum Katzenjammer besteht kein Grund
Die Minimalkompromisse der Rio+20-Konferenz hatten sich schon in den Vorverhandlungen abgezeichnet. Wer angesichts der mauen Ergebnisse von einem „kolossalen Scheitern“ des Gipfels spricht oder gar den Multilateralismus gleich gänzlich für tot erklärt, wie es in deutschen NGO-Kreisen gelegentlich zu hören war, verkennt die Logik globaler Verhandlungsprozesse. Eine differenziertere Einschätzung aus Rio liefert Jens Martens.

*
Von MDGs zur SDGs: Global Nachhaltige Entwicklungsziele in Sicht?
Schon in der Vorbereitung auf die Rio+20-Konferenz zeichnete sich ein breiter Konsens darüber ab, für die Zeit nach 2015 global Nachhaltige Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals – SDGs) zu vereinbaren, die die bisherigen Millennium-Entwicklungsziele (MDGs) ergänzen oder sogar ersetzen sollen. Die SDGs sollen nicht nur den politischen Willen für nachhaltige Entwicklung unterstreichen, sondern auch den konkreten Weg dorthin aufzeigen. Klaus Schilder beleuchtet die Debatte.

*
Der Multilateralismus nach Los Cabos: G20: Als Tiger gesprungen...
Die Erwartungen an den G20-Gipfel in Los Cabos/Mexiko waren niedrig. Dennoch hat das Treffen mit seiner Substanzlosigkeit die Erwartungen noch unterboten. Zu dicht sei die Konferenz auf Cannes gefolgt, heißt es. Und im US-Wahlkampf bespiele der Präsident ohnehin nur die heimischen Medien. Es stellt sich aber grundsätzlich die Frage nach den tiefer liegenden Ursachen für das Versagen des Multilateralismus, zumal es zusammen mit Rio+20 einen Doppelflop gab, schreibt Peter Wahl.

*
Gerangel um EU-Finanzmarktregulierung: London oder Berlin: Wer ist der größte Bremser?
Als Ursache für die schleppende Reform der EU-Finanzmärkte galt bislang allzu oft Großbritannien. Inzwischen tun sich aber auch die Deutschen immer mehr als Bremser hervor. Nicht nur hat die deutsche Regierung gegen starke Eigenkapitalregeln opponiert, deutsche Konservative wollen offensichtlich auch eine wirksame Regulierung der Rohstoffspekulation verhindern, schreibt Markus Henn.

*
Eiserne Angela: Politik allein in Europa. Oder: Auf dem Weg ins Schmelzfeuer?
Angela Merkel gefiel sich einmal darin, als ‚neue eiserne Lady‘ mit der ins legendäre entrückten Margarete Thatcher verglichen und als deren Wiedergängerin angepriesen zu werden. Es war nach ihrem entschlossenen und kaltblütigen Handeln in der Schwarzgeld-Affäre, in der sie sich und ihre Partei von Helmut Kohl emanzipierte, der zweite Sonnenstrahl der Geschichte auf der damaligen Oppositionsführerin. Eine Polemik von Oliver Schmidt.

*
Neue friedenspolitische Herausforderungen: BRICS – Feinde oder Partner der Industrieländer?
Erneut befasst sich das Friedensgutachten 2012 mit den Auswirkungen wirtschaftlicher, politischer und sozialer Faktoren auf Frieden und Unfrieden in der Welt. Im Mittelpunkt stehen diesmal u.a. die Machtverschiebungen auf globaler Ebene (Aufstieg der BRICS), die Zerbrechlichkeit regionaler Integrationsgebilde (Krise in der Eurozone) und die Entsolidarisierungs- und Ausgrenzungstendenzen innerhalb der Länder. Eine Übersicht von Sarah Hellmerichs.

Rubriken:

* W&E-Infospiegel (mit Kurzinformationen, Lese- und Terminhinweisen) und W&E-Update (mit einer politischen Terminvorschau für Juli, August, September 2012)

Die Hauptbeiträge sind einzeln auch online verfügbar (auf Überschriften klicken). Die Gesamtausgabe als PDF-Download für Abonnenten >>> hier.


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