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W&E 11-12/2011

In dieser Ausgabe lesen Sie:

* Scheitern der G20 in Cannes: Trippelschritte statt großer Wurf
Da waren sich wieder einmal alle einig: Das war ein Gipfel der Enttäuschungen, der verpassten Chancen und letztlich des Scheiterns. Dabei ist das Versagen nicht einmal darauf zurückzuführen, dass die erneute Zuspitzung der Eurokrise die eigentliche Agenda in den Hintergrund gedrängt hätte. Auch ohne Eurokrise wären die Ergebnisse des G20-Gipfels kaum besser ausgefallen, schreibt Rainer Falk in einer ausführlichen Auswertung.

* G20: Das falsche Forum für Entwicklungspolitik. Vorform eines neuen Geberklubs?
Während die G20 im Bereich der Stimulierung der globalen Nachfrage, des Wechselkursmanagements und der strengeren Regulierung des internationalen Finanzsektors wenig erfolgreich war, hat die Gruppe auf ihrem Gipfel in Cannes ihre Führungsrolle im System der multilateralen Institutionen weiter ausgebaut. Sie hat sich zum Steuerungsausschuss der internationalen Entwicklungspolitik gemacht. Doch sie ist nicht die richtige Gruppe für diesen Job, und sie füllt ihn schlecht aus, schreibt Barry Herman.

*
Europa am Scheidepunkt: Die Anatomie der europäische Krise
Europa durchlebt interessante Zeiten. Es ist der wohl massivste Sturm seit dem Umsturz der machtpolitischen und ideologischen Verhältnisse in Osteuropa 1989-1991. Der Umsturz von 1989-1991 sah ein lange moderndes Wirtschaftssystem zu Staub zerfallen und zerschlug für lange Zeit (man sollte meinen: für immer) die ideologische Alternative zum Kapitalismus. Politiker quer durch alle Ideologien befürchten oder erhoffen, dass dieser Sturm einen ähnlichen Umsturz auslösen wird (oder schon ausgelöst hat). Was ist davon zu halten, fragt Oliver Schmidt.

* Wie die Eurokrise auf den Süden übergreifen kann: Krise mit globaler Dimension
Die europäische Krise wird zumeist als regionales Phänomen diskutiert. Doch spätestens wenn sie zur Bankenkrise eskaliert und die Kredite an die südeuropäischen Krisenstaaten ausfallen, wird die globale Dimension sichtbar werden. Angesichts der grenzüberschreitenden Integration des Finanzsektors werden auch die Schwellenländer betroffen sein, jene Märkte, deren hohes Wachstum ein entscheidender Pfeiler der Weltkonjunktur ist, schreibt C.P. Chandrasekhar.

* Neuausrichtung der europäischen Entwicklungspolitik: Eine Agenda für die Rolle rückwärts
Schon Mitte Oktober 2011 hat die EU-Kommission eine Mitteilung zur Neuausrichtung der europäischen Entwicklungspolitik veröffentlicht. Der hochtrabende Leitsatz „Eine Agenda für den Wandel“ verspricht viel – aber nicht alles Neue ist gut. In vielen Bereichen ist die Mitteilung ein Rückschritt, setzt auf Wirtschaftswachstum und ignoriert die großen Herausforderungen, meinen Ska Keller und Anna Cavazzini.

* LDC-Report 2011: Teilhabe am Aufstieg des Südens? UNCTAD schlägt Nutzung der Staatsfonds vor
Der diesjährige Report der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) über die am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) untersucht das Potenzial, das der „Aufstieg des Südens“ für die LDCs bietet und plädiert für eine innovative Form der Mobilisierung bereits vorhandenen Kapitals: Ein geringer Anteil bestehender Staatsfonds aus Schwellenländern soll als Entwicklungshilfe über regionale und subregionale Entwicklungsbanken in die LDCs fließen. Ein Bericht von Sarah Hellmerichs.

Rubrik:
* W&E-Infospiegel (mit Kurzinformationen, Lese- und Terminhinweisen)
* W&E-Update (mit einer politischen Terminvorschau auf das 1. Quartal 2012)

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W&E 10/2011

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